::: MITOTE - rezensionen zur platte - can12 "starter" :::


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Dass sich Mitote selbst als Punkband bezeichnet gibt mir leicht zu denken. Auf der einen Seite würde ich mich natürlich freuen, wenn generell der Begriff "Punk" sich in solche wunderbare Produktionen hinentwickelt, auf der anderen Seite ist schlussendlich der Begriff als solches behaftet mit einer 30-jährigen Tradtion. Jeder kann sich selbst bezeichnen, als was er will, doch ich sage, Mitote sind kein Punk, zumindest nicht im herkömmlichen Begriffs-Umfeld. Aber was ist es dann? Hmm. Habe ich mir selbst ein Ei gelegt. Musikalisch geht die Band in Richtung soften Hardcores mit teils sehr direkten, messerscharfen Riffs, mal mehr Speed, mal den Gang raus. Der deutsche Gesang ist zurückhaltend, fast schon erzählerisch. Oft werden Strophen zwischen den Riffs gekappt, was fast schon einen eigenen Break erzeugt. Intelligent gemacht. Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich die Platte seit 2 Wochen fast jeden Tag hab laufen lassen, was für mich persönlich eher untypisch ist, jedoch dafür spricht, dass die Scheibe etwas hat, was die meisten nicht, nämlich Atmosphäre und Eigenleben. Zudem, fast schon als Gesamtkunstwerk zu sehen, ein hübsches Artwork von red.can. wie man es von anderen Produktionen gewohnt ist. Dies ist eine Liga von Veröffentlichungen, die schwer zu erreichen ist. Absoluter Tipp. (joachim)“

TRUST, #122, feb 2007


Wenn es darum ging, deutschen EmoPunk in gut zu verorten, dann kreiste der Finger bislang immer automatisch in den nördlichen Breitengraden der Landkarte. Ist es eigentlich die Außerkraftsetzung der vermeintlichen Reviersounds, wenn am anderen Ende der Republik gleichgut musiziert wird oder ist es ein Zeichen dafür, dass das Sendungsbewusstsein von Küstenpunkrock bis nach Bayern strahlt? Das hier ist so But Alive, Turbostaat und Oma Hans, wie es sonst nur But Alive, Turbostaat und Oma Hans sind oder waren. Sehr wertig verpackt in einem Siebdruck-Sleeve auf Reliefkarton. Und inklusive CD-Version des Albums. Die zuständige Plattenfirma demonstriert einmal mehr Hellsichtigkeit.“

VICE, feb 2007



Nicht, dass es über Mitote selbst nichts zu sagen gäbe – das Münchner Quartett steht für hochqualitativen (Punk-)Rock mit intelligenten deutschsprachigen Texten, wie er seit But Alive oder Oma Hans nicht mehr gespielt worden ist. Aber dennoch, man muss einfach auch auf die Covergestaltung der vorliegenden LP eingehen. Das Münchner Label Red Can Records hat sich ja in den letzten Jahren zu einer Institution in Sachen großartiger Plattendesigns entwickelt, mit dem vorliegenden Cover hat man sich nun aber selbst übertroffen: Die Krokoleder-Haptik des Kartons ist einfach mehr als gelungen. Trotz seiner Liebe zu Vinyl ist das Label aber auch digitalen Speicherformen gegenüber aufgeschlossen, weshalb jeder Platte eine CD gleichen Inhalts beiliegt, um es den iPod-Besitzern unter den Mitote-Fans etwas leichter zu machen. Dank der 16 politisch hochmotivierten Songs auf "Starter" wird sich die Band aber wohl auch aus eigener Kraft und unabhängig von derartigen Extras eine ordentliche Gefolgschaft erspielen.“

TBA, jan 2007


(ob) Tired of Punkrock? Dann vielleicht mal MITOTE hören. Denn die klingen wie eine wohldosierte Mischung aus Punkrock, Emo und Indie. JUPITER JONES live könnte man als Referenz nennen. Oder eine Mischung aus KETTCAR und TURBOSTAAT. Endlich mal etwas Abwechslung in deutschen Punkgefilden, muss man so deutlich sagen.
Das Debüt der Münchner ist zugleich eine Homage an große Verpackungen. Denn eigentlich erscheint nur eine aufwendig gestaltete Vinyl-Version inkl. CD mit Krokostruktur. Die mir vorliegenden CD im extrem schicken, neuartigen Digipack gibt es nur auf Konzerten der Band.
Verpackung hin oder her. Auch musikalisch bietet die Band hohes Niveau. Sowohl textlich, als auch musikalisch. Schade, dass die Produktion ein wenig zu LoFi geraten ist, etwas mehr Klarheit hätte meiner Meinung nach an einigen Stellen durchaus gut getan.
Aber auch so, das hier ist wirklich ein überzeugendes Debüt. 8/10“

blueprint fanzine, jan 2007


Wenn die Wut aus der Musik entweicht aber nicht verschwindet und dafür Eingang in die Texte findet, Kann man wohl von einem Reifeprozess sprechen. Wörter versteht jeder, den harten Tönen kann man sich entziehen. Um ihre Forderungen noch eindringlicher zu formulieren singen MITOTE auf Deutsch. Die Mitglieder des Vierers stammen aus tief im fundamentalen Hardcore verwurzelten Bands wie MY HERO DIED TODAY oder PURREN. Wie bereits erwähnt, gehen die Jungs aber wesentlich gemäßigter ans Werk und lassen auch mal die Eingängigkeit von SAMIAM oder die Melodie der Alt-Punks von HOT WATER MUSIC durchblicken. Oftmals wird der Hörer verleitet MITOTE ins UMFELD von KETTCAR einzuordnen, doch das wäre zu einfach. Alleine der wirklich gelungenen und anspruchsvollen deutschen Texte wegen, den Vierer mit der deutschen Vorzeigeband ins selbe Boot zu setzen geht einfach nicht. MITOTE lassen wesentlich mehr in ihrer Musik passieren als der Stereotyp zulassen würde. Neben ihrer Passion für gereiften Punk sind es Jazz, Indie und Rock die als Komponenten wesentlich zur Eigenständigkeit der Band beitragen. (Mathias Mayer, 8/10)“

slam zine, dez 2006


Mitote leben, denken, spielen Punk. Mit diesem Satz beginnt die Bandinfo des Labels. Mit anderen Bands vergleichen kommt für die Band auch nicht in Frage, also lassen wir das. Fest steht: Trotz all dem Punk im Blut wird hier nicht wild drauf los geknüppelt und Hass-Tiraden in's Publikum gespuckt. Im Gegenteil, Mitote setzen auf ruhigere Töne, klare Melodien und kluge Texte, die nie platt oder aufgesetzt klingen. So werden zum Beispiel in "Pablo I" und Pablo II" Texte des chilenischen Autors Pablo Neruda (1904-1973) zitiert. Nein, blöd ist was anderes. Dass die Band ihre Musik im gesamten sehr ernst nimmt ist deutlich hörbar. Jedoch nicht nur der Hintergrund, sondern auch die musikalische Verpackung weiss durchweg zu begeistern. Ein kluges Gespür für eingängige Melodien, die Texte passend in Szene gesetzt und die Musik in stimmungsvolle Farben getaucht. Das passt. Spielerische Vielseitigkeit mit viel Kopf und Gefühl. Herz und Hirn funktionieren gelegentlich eben doch auch gemeinsam. Und das ist gut so. Richtige Hits sucht man allerdings vergebens und auch die Produktion könnte ein wenig knackiger sein, aber das ist Geschmacksache. Daumen Hoch! Ein toller Start einer tollen Band. (7/10)“

music scan, dez 2006


Als ich das erste Lied einlege denke ich sofort "ist Herr Wiebusch jetzt nach München gezogen oder was?". Also Mitote kommen aus München. Musikalisch bewegt man sich irgendwo zwischen Hamburger Schule und Flensburger Hinterhof. Also kurz gesagt versucht Mitote hier den Spagat zwischen Kettcar und Turbostaat. Dabei wirken die Songs aber oft etwas zu kompliziert. Man kann sich nicht recht entscheiden wo die Reise hingehen soll. Und das ein oder andere Bandmitglied hört wohl auch gerne Jazz?!. Die Texte sprechen einem im Grunde schon aus der Seele, aber manchmal denke ich mir, da wäre weniger auch mehr gewesen! Eigentlich eine gute Platte, aber irgendwie will sie nicht ganz zünden bei mir! Ich könnte mir vorstellen, das Mitote live allerdings richtig intensiv rocken! Ein beachtlicher Standard von Red Can Records (dem Label) ist mittlerweile, dass zur Lp-Version eine richtig gepresste Cd der Band beigelegt wird. Ja, für umme! Und das Plattencover ist ja sowas von edel! Da kommen fast schon Neidgefühle auf. Rauher, fast ledriger Karton und im 3-fach Siebdruck veredelt. Respekt.“

plastic bomb, dez 2006


musik und platten aus leidenschaft. so lautet das motto der plattenfirma auf dem das debut album von "mitote" veröffentlicht wird. beides spürt und hört man. so kommt z.b. das album als vinyl mit beigelegter audio cd (für alle die keinen plattenspieler haben) auf den markt. dafür kann man ihnen nur immer wieder viel lob entgegenbringen.aber zur musik die sich auf diesem album befindet. kurz gesagt, punk mit deutschen texten und politisch angehaucht. klingt ein bisschen nach klischee, ist es zwar auch, aber bei "mitote" spielt das keine rolle, dafür machen sie ihre sache viel zu gut. gerade wenn ich mir all diesen müll, der uns dieses jahr schon gequält und gefoltert hat noch mal vor das geistige ohr hole. puh, da sollte man wirklich froh sein um jedes gutes lied in diesem genre. "mitote" haben davon gleich mal 16 stück auf ihrem album. und wie gesagt, es ist ihr debüt. jedoch haben alle mitglieder schon vorher viele erfahrungen gesammelt und wissen daher genau wie und was sie spielen müssen. doch so gut das album auch ist, und das ist es, klingt die aufnahme doch sehr nach schrott. vielleicht muss das so sein, aber in zeiten in denen man für so gut wie kein geld einen ordentlichen sound hinbekommen kann, erstaunt das resultat doch sehr. selten hat man ein so kraftloses schlagzeug gehört, obwohl dieses alles andere als kraftlos spielt. schade eigentlich. tore“

rote raupe, nov 2006


Junge Männer zum Mitreißen gesucht! Nicht nur für alte Leimschnüffler (der Geruch des Recyclingcovers ist äh grenzwertig) sehr zu empfehlen: das begeisternde Debut des Vierers mit intelligentem Punk, der stark, präzise und musikalisch vielschichtig Tugenden wie Aufrichtigkeit und Konsequenz ohne jegliches Pathos definiert, ohne nur ein einziges Mal die Sloganmaschine anzuwerfen. Mitote bezeichnen sich als politische Band. Angesichts des Gesamterscheinungsbildes und gelassener Ignorierung subkulturindustrieller Sperenzchen nimmt man ihnen ihr Engagement und Bewusstsein sofort ab. Zwei der 16 Stücke verwenden Pablo Neruda-Texte. Wer will, kann Spuren von …but alive, Oma Hans, aber auch EA 80 heraushören, doch der Gestus ist eigenständig und lässt Gutes für die Zukunft voraussehen.“

terz, dez 2006


Dass die Veröffentlichungen des Münchner Labels Red.Can.Records eine Spur engagierter, liebevoller und charmanter ausfallen als die vieler Konkurrenten, spricht sich langsam herum. Und dank dem Debüt von Mitote, mittlerweile der zwölfte Streich auf Red.Can, sollte allen Beteiligten noch einmal ein gewaltiger Sprung gelingen.
"Starter" könnte nach Meinung so einiger Kollegen nämlich die Lücke schließen, welche ...But Alive nach ihrer Transformation zu Kettcar hinterlassen haben. Soll heißen: Hier wird dem Wörtchen "Rock" mit deutschen Texten noch gerne einmal die Vorsilbe "Punk" gegönnt. Zwar nicht ständig, sondern eher sporadisch. Über weite Teile klingen Mitote nämlich deutlich vielseitiger. So arbeitet man beispielweise an ausgewählten Stellen mit Samples und agiert auch sonst recht detailverliebt: Allen voran das ungewöhnliche Booklet untermauert meine These, dass hinter der Musik von Andi, Matze, Heiner und Erik mehr steckt als der Wunsch, auf bestehende Deutschrock-Trends aufzuspringen. Dennoch bleibt es der Begriff "Punk", der einem während der 16 Tracks immer wieder in den Sinn kommt; selbst wenn die Musik klar auch vom weiteren Independent-Umfeld inspiriert wurde. Vielmehr sind es die Texte, die fordernd, intelligent und keineswegs platt ihre Spuren - politischer oder gesellschaftlicher Natur - hinterlassen. Aus der Asche von My Hero Died Today oder Purren fand sich hier eine Formation, welche in der Lage ist, die süddeutsche Antwort auf Bands wie Oma Hans oder Turbostaat zu kreieren. Und dabei nicht aus den Augen verliert, neben Message und Anspruch das Songwriting in den Mittelpunkt zu stellen. Das Album gibt es übrigens nur auf Vinyl; dem liegt aber gleich noch die CD bei. Dass es sich in jedweder Version um einen tollen Start handelt, ist beispielsweise auf unserem Anspieltipp "2000 Watt Dimmer" nachzuhören. (7/10)“

sellfish.de, nov 2006


Ursprünglich aus den Bands My Hero died Today, Shagadelics und Purren hervorgegangen, widmen sich MITOTE in erster Linie dem Punk, erweitert um die Spielarten Rock, Indie, Hardcore und Jazz. Zudem schreiben Sänger Matze Höchst und seine Begleiter politisch motivierte deutsche Texte, die reflektieren und zuweilen auch anklagen. "Musik und Platten aus Leidenschaft", so das Motto Ihre Labels, weswegen es diese Scheibe auch auf Vinyl gibt. Nicht lange fackeln, kaufen!“

in-münchen, # 22/2006


Ein neuer Stern am deutschsprachigen Postpunk Himmel! Die bayrischen Buben, zusammengefunden aus den Resten von Purren und My Hero Died Today wollen ganz vorne mitspielen und bringen alle Voraussetzungen dafür mit: Brilliante Musiker, politisches Bewusstsein und Riecher für angesagte Riffs. Aber das wichtigste - sie sind authentisch, es scheint sie leben, denken und spielen Punk weil es zu ihnen gehört wie Luft und Liebe. Zwei Gitarren, die durchaus auch unabhängig von einander können und gemeinsam ein heftiges Brett schieben, zwei Stimmen mit intelligenten, reflektierten Texten und eine treibende, schiebende Rhythmusfraktion. Songwriting, das pendelt zwischen melodiös und brachial tut sein übriges. Und dabei bleiben sie eigenständig und originell ... natürlich meinen wir immer Referenzen geben zu müssen, deshalb hier ein Versuch: Muff Potter, But Alive (mehr als Kettcar, wenn auch die ein bißchen), Turbostaat, Supernichts, Graf Zahl, ZSK (in ihren guten Momenten!) - melodisch und hart, eben. Sehr cool verpackt auch: Dicker, edelster Karton im Krokoleder-Style mit dreifarbigen Siebdruck; jeder Platte liegt die CD bei! 16 Songsin 50 Minuten! * Red Can Records“

flight13, oktober 2006


Sounds like... BUT ALIVE, aber sowas von! Die Lieder klingen so schön melancholisch-melodisch, dass man eigentlich garnicht merkt, mit was für einem Tempo und einer erst beim zweiten Hören gespürten unterschwelligen Wut im Bauch hier gepunkrockt wird. Dazu erzählen die Texte auf "Starter" kleine Geschichten aus dem Alltag der Songwriter, die auch gerne mal politisch und nie wirklich weinerlich sind - was sehr für die vier Herren aus München spricht. Plattitüden sucht man auf dem Album vergeblich, die Texte scheinen ziemlich durchdacht, ohne dabei glücklicherweise zu verkopft oder gar arrogant zu wirken. Und dann haben red.can.records mit dieser Platte auch noch einen netten Weg gefunden, das Vinyl zu retten: Man kann daheim gemütlich dem Knistern der Schallplatte lauschen, aber fürs Auto oder den iPod wurde wohlweißlich noch eine CD beigelegt. Nett auch, dass es zur Platte ein Textblatt gibt - denn schließlich haben MITOTE so einiges zu sagen, was es durchaus wert ist, rekapituliert zu werden. Nun, Schwamm drüber, denn wer auf intelligenten, astrein komponierten Punkrock steht, der nicht alle seine Ideale über Bord geworfen hat und es auf hohe Chartplazierungen absieht, ist bei MITOTE garantiert an der richtigen Adresse. Zur weiteren Überzeugung findet ihr auch einen Track der Band auf der diesem Heft beiliegenden CD (49:24) (8) Jan Eckhoff.“

OX-fanzine, #68 nov/dez 2006



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