::: MITOTE - rezensionen zur platte - can019 "folger" :::

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"‚Punk aus München’ klingt schon mal ganz interessant. MITOTE beweist, dass das Klischee der konservativen Bayern nicht auf jeden zutrifft, der in diesem ganz eigenen Bundesland lebt. Die Ambition der Band ist es auch, politische Aufklärung zu betreiben. Sie selber bezeichnen sich als politische Band, was auch in jeder Hinsicht berechtigt ist. Ihre Texte regen zum Denken an und beschäftigen sich mit der heutigen Gesellschaft, in der wir leben.
Mit sehr viel Symbolik, Metaphern und Wortspielen verleitet das Album ‚Folger’ einen dazu, die Lieder nicht nur einmal zu hören. In Bildern bewegt man sich durch das Album. Positiv ist auch an den Texten, dass sie einem sehr viel Interpretationsfreiraum lassen. Musikalisch geht MITOTE neue Wege. Vor allem was den Sprechgesang angeht, der einem am Anfang etwas ungewohnt vorkommt. Zusammenhängende Texte werden abgehackt gesungen oder mit großen Pausen versehen. Auch die instrumentale Begleitung zu den Texten ist sehr gut umgesetzt und äußerst abwechslungsreich. Positiv zu erwähnen ist noch, dass die sehr gute Covergestaltung vom Gitarristen der Band kommt. Sehr „Indie“ alles."

wahrschauer, oktober 2008




"Deutschen Texten steht man gerne kritisch gegenüber. Viele Textdichter glauben immer noch an die Liebe, die nie endet. Wahrscheinlich schreiben auch Mitote einfach auf, was ihnen das Herz sagt. Allerdings glühen beim Formulieren die Hirnwindungen. An stupiden Reimen ist diesen Münchnern nicht gelegen. Auf ihrem zweiten Album »Folger « musste etwas raus: mal politisch, mal gesellschaftskritisch, mal deutlich, mal verzwickt und auch mal zitiert (Pablo Neruda nämlich). Stilistisch bewegen sich Mitote zwischen Rock und Punk. Doch die Band bedient sich auch beim Jazz, spielt griffige Indie-Riffs und lässt Samples für sich arbeiten. Zwischen melodiösem und wütendem Songwriting kennt Sänger Matze alle dynamischen Kniffe. Hier ist er der zurückhaltende Erzähler, dort schreit er seinen Zorn heraus. Das macht »Folger« zu einem vielseitigen Album, das dank der tiefgründigen Texte eine deutliche Handschrift trägt. Kostprobe: »Ein ach so überraschender Frontenwechsel des Schlingenwuchers und dann ... Fortsetzung folgt.« Ganz sicher."

intro, #165 oktober 2008




"Das Label „politische Band“ ist ein schwieriges. Die meisten Kapellen weisen es grundsätzlich von sich und diejenigen, die sich den Schuh anziehen, verenden meistens mit plakativen Parolen im Kampf zwischen ansprechenden Texten und gutem Willen. Mitote sind anders. In vielen Belangen. Sie bezeichnen sich mit gutem Gewissen als politische Band, weil sie wissen, dass sie es sich mit ihrer teilweise recht kryptischen, verschachtelten Sprache erlauben können. Politik heißt hier zuallererst: beobachten, analysieren, interpretieren. Am ehesten vielleicht noch mit Turbostaat vergleichbar, die textlich ja ebenfalls selten den direkten Weg wählen. Musikalisch fällt die Einordnung dann schon schwerer, denn obwohl Mitote zwischendurch tatsächlich mal an norddeutschen Himmelsstürmer-Punkrock à la Matula oder Captain Planet erinnern, ist da auch immer eine große Portion schrammliger Indierock mit ihm Spiel. Wenn die genannten Bands zum gemeinschaftlichen Refrain ausholen, schmeißen die Münchner lieber mal einen Break ins eigene Songkonstrukt. Die Stücke sind straight, wollen es einem aber nicht zu einfach machen. Mit dem Gesang wird man sicherlich anecken, gerade deswegen aber im Lager der deutschsprachigen Gitarrenbands herausstechen. „Folger“ bietet zum Glück wenige Fixpunkte und überzeugt lieber mit ungestümen Sound, prägnanten Titeln wie „Rossknödelsammler“, „Schlächtertango“ oder „Zaunwärter“ und einem hervorragenden Gesamteindruck. "

sellfish.de, oktober 2008




"Mitote from Munich have been since their inception – lying only a few years back – a guarantee for respectable pop punk music. Their debut Starter was a perfect introduction in late 2006, and the adequately titled Folger even manages to improve one more time.
All the tracks on this surprisingly long CD display an optimal mixture of punk, rock and pop. A discreet Ärzte influence is taking care of the accessibility, although their sound has a distinct adult German punk touch that is in a good neighbourhood with bands like Turbostaat, Kettcar, But Alive?, Graf Zahl, Muff Potter or the genial middle phase of Schrottgrenze. The songs are mostly performed at quite a fast pace, but the melodies are never affected adversely. Highlights are Zaunwärter, which could already be found on the label compilation Circes & Squares, and the incredibly catchy Dschungelordnung. They show their more emotional side on Schlächtertango and Tatarenticker that convinces with angry spoken vocals.
As on the debut, the lyrics are once again intelligent and intellectual. Mitote worry about what is happening around them and denounce problems with a prose on the highest level. The lyrics are critical, take sides and are at no time trite. Folger is a huge progression for Mitote who should win over a lot of fans with this new album that comes in a beautiful digipak."

radio ara luxembourg, oktober 2008




"Ein zweites Album "folger" zu nennen, zeugt von einer bestechenden Logik. Vor allem wenn das Debüt "starter" hieß. Logisch sollte auch sein, dass MITOTE sich mit "folger" noch mehr Fans erspielen werden, denn was die Münchner hier abliefern, sucht im Einheitsbrei deutscher Indie-Musik seinesgleichen. Wobei MITOTE so Inde gar nicht sind.Was sie unterscheidet ist ihre Punk Attitüde. Musikalisch ist die kaum hörbar, es sind die Texte. Die bestehen nicht nur aus weinerlich-depressivem Gejammer über die böse Welt. Gesellschaftskritik gehört bei MITOTE dazu, aber die Band gibt dem Hörer das Gefühl, dass sich der ganze besungene Mist ins Positive wenden lassen kann. MITOTE machen Mut und haben Lust, zu kämpfen und nicht nur zu heulen."

westzeit, oktober 2008




"Wo MITOTEs „Starter“ noch vor Kraft strotze und mich an die diversen gerne referenzierten Gießener und schulverweigernde Hamburger erinnerte und damit begeisterte, hat der „Folger“ nun einen Richtungswechsel hingelegt. Musikalisch ist auf dem zweiten Album der Münchener die Ruppigkeit einer sich durch das ganze Album ziehenden Melancholie und getragenen Melodien gewichen, denen es leider – sieht man von etwas merkwürdig anmutenden Soundeffekten ab – am Wiedererkennungswert fehlt. Auch die Texte wirken leider nicht mehr erfrischend unverkrampft, sondern verkopft und weinerlich. Schade, ich hatte mir eindeutig mehr erwartet, als einen eher mittelmäßigen SCHROTTGRENZE- oder TURBOSTAAT-Aufguss."

OX-fanzine, #80 okt/nov 2008



"Dass es neben den mittlerweile doch recht Mainstream-lastigen MUFF POTTER, KETTCAR und TOMTE noch immer ehrlichen und persönlichen Großstadt-Punkrock gibt, zeigen nun einmal mehr MITOTE aus München, die mit 'Folger' ein authentisches Stück Pop-geerdeten Punkrock abliefern, der aufgrund seiner sympathischen Erscheinungsform an Bands des Schlages SCHROTTGRENZE (gemeint sind deren Frühwerke), EINLEBEN und auch GRAFZAHL erinnert. Songs wie "Erstmal für immer" und "Rossknödelsammler" zeugen von einer musikalischen Begabung, die sich in den angedeuteten Melodien, den mannigfaltigen Gesangsstilen des Frontmanns Matze, der harmonierenden Gitarrenfraktion und dem Gespür für die richtige Melodie zum richtigen Moment widerspiegelt. An und für sich sehen sich MITOTE selbst eher als Punkrock-Band, für mich ist das jedoch eher im Pop verwurzelte Gitarrenmusik mit Herz, Verstand und Arsch in der Hose. Auch die Texte dürfen als in jedweder Hinsicht als geglückt bezeichnet werden und gleichen zum Wohle aller nicht hochgestochenen Studenten-Phrasen und pathetischem Gewäsch. Und dann singen sie's tatsächlich: "Und mit "Erstmal für immer" wären wir wieder bei den Versprechen der Versprechungen; kostbare Zeit schon genug verkrieselt. Zu viele Abende alleine mit Chamberlain in der Badewanne verbracht." Eingenommen und gewonnen! Ich war seit Monaten schon nicht mehr auf einem Konzert unbekannter Nachwuchs-Bands. MITOTE würde ich mir ansehen." “

SweetJaneMusic.com, september 2008




"Sollte jemand auf der Suche nach dem Geistreichen im Punk sein, hier sollte er es finden. MITOTE gelten als politisch, gesellschaftskritisch, reflektierend und nachdenklich. Dabei würzen sie die Basis des Punkrock mit Einflüssen aus Hardcore, Jazz und Indie. Vorzüglich, nachhaltig und unnachahmlich gut."

in-münchen, september 2008



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