::: V.A. - rezensionen zur platte - can018 "CIRCLES & SQUARES" :::

triggerfish.de    persona non grata neu    trust    intro neu   OX neu     westzeit neu     disagreement.net neu     sellfish.de neu     in-münchen neu




"Bernd Hofmann lässt tief blicken, beeindruckend tief in die stilistische Unergründlichkeit seines großen, roten Kanister, der zum Symbol eines der aufregendsten Kleinlabels in Deutschland geworden ist. Diesen Status zu untermauern, verweist die aktuelle Label-Compilation „Circles + Squares“ auf die Höhepunkte in sieben Jahren Labelgeschichte und entwirft zudem, mit gleich neun unveröffentlichten Stücken, einen spektakulären Ausblick auf die Zukunft des Münchener Labels. Es ist ganz besonders einnehmend, wie sich um Red Can Records die dominanten Gitarrenklänge unerhört viele Facetten werfen: jenseits Langeweile und Stildogmatismus transzendieren die insgesamt 16 Tracks Punkrock, Jazz, Emo, Rock’n’Roll, Bluesrock, Singer-/Songwriter, deutsch, englisch. Verpackt in ein dreifarbig siebbedruckten Faltkarton mit Booklet demonstriert Red Can auch im eigentlich ungeliebten kleinen CD-Format, dass nicht nur Musik so viel mehr als nur Musik sein kann, und so gute Musik sogar, verdammt noch mal das Recht dazu hat, so angemessen, so anständig präsentiert zu werden".“

persona non grata, #76 aug-okt 2008




"Es wäre schlicht Wettbewerbsverzerrung, die Veröffentlichungen des Einmann- Labels Red Can Records nach deren Verpackung zu bewerten. Die schmucken Pappschachteln mit dreifarbigem Siebdruck oder die wunderbar gestalteten 7-Inches würden dabei dermaßen punkten, dass man sich die Musik gar nicht mehr anhören bräuchte. Das wundert nicht, wenn man weiß, dass Labelmacher Bernd Hofmann Red Can einst als Kunstprojekt zu seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste startete. Eigentlich spezialisiert auf Vinylveröffentlichungen und -verzierungen, steht nun mit »Circles & Squares« ein Labelsampler auf CD an. Und der sieht mal wieder toll aus – klingt aber auf weiten Strecken auch so. Die 16 Songs sind ein Ritt durch die siebenjährige Labelgeschichte, und selbst wenn sie mal in Richtung Songwriterklampfen, Electrogeplucker oder gar wie bei Roverandom mal gen Jazz ausbrechen, hat man es doch überwiegend mit der guten alten Indie-, Punkund Hardcore-geschulten Brachialgitarre zu tun. Als frühes Highlight ist da »I Went To NY To See« der bajuwarischen Subrosa Falcon Association zu nennen – treibender Indierock, der eine Spur härter daherkommt als bei vielen Kollegen. Auch das giftige, fiepende »Pferd Oder« der Münchener Band Anna Zoitke schraubt sich gut rein ins Ohr. Vertrackt und herrlich sangesleidend klingen Nixon Golden mit »Tigers«, während Santiago mit dem bisher unveröffentlichten »1st Of February « für melodieverliebte Melancholie eintreten. Nicht alle Songs können dieses Niveau halten, aber einen besseren Einstieg in das geschmackssichere Label-Oeuvre gibt es nicht".“

intro , # 116 august 2008




"Sieben Jahre und siebzehn Veröffentlichungen nimmt das bemerkenswerte Münchner Label zum Anlass, um mal auf das Geleistete zurückzublicken. Neben bereits erschienenen Songs gibt es teilweise unveröffentlichte und sogar Empfehlungen der Labelmacher, Lieder von Bands also, die bisher noch nicht auf Red Can veröffentlicht haben. Die Liste der Kapellen ist illuster, Höhepunkte sind SUBROSA FALCON ASSOCIATION (allerdings mit einem eher schwachen Song), PURREN, MITOTE, ARE WE ELECTRIC? und MONDO RAY, dazu gibt es historische Dokumente aus der Anfangszeit des Labels von FLUF, JAKOV GOODNIGHT und RUSS DEFENSE und einiges mehr. Über den Musikgeschmack von Labelpapa Bernd Hofmann kann man teilweise streiten, nichts zu meckern gibt es aber an den durchweg wunderbar gestalteten Plattencovern, durch die sich Red Can hervortut, so auch diesmal wieder. Eine schöne Labelschau ist das hier, und eine gute Möglichkeit, um mal ein paar neue Bands für sich zu entdecken."

OX #76 aug/sep 2008,





"Mit "Circles + Squares" stellt das kleine aber feine Münchner Label Red Can seine Bandelite vor. Viele Namen hat man natürlich schon gehört, manche Bands haben es nicht mehr zum Debüt geschafft und sind dafür zumindest hier mit einem Song vertreten. Labeltypisch ist die Zusammenstellung gitarrenlastig, rockig und unbequem. Da steckt viel Geschichte aber genauso viel Zukunft drin, die Beachtung verlangt. Compilations mit gemischt deutsch- sowie englischsprachigen Bands haben zwar beim abrupten Sprachwechsel oft eine atmosphärische Bruchstelle, das muss aber nicht weiter stören. Die 16 Bands krakeelen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. "

Westzeit #76 aug/sep 2008,





"Alleine für sein Motto Musik und Platten aus Leidenschaft hätte Bernd Hofmann mit seinem Label RED CAN RECORDS einen Kulturförderpreis der Stadt verdient. Zumal er meist Bands aus seinem engeren Umfeld wie THE SUBROSA FALCON ASSOCIATION, ANNA ZOITKE, MITOTE, PURREN, JAKOV GOODNIGHT, RUSS DEFENSE u.v.a. eine Möglichkeit gibt, ihre Musik zu veröffentlichen, und das sowohl auf CD als auch auf Vinyl. Immer hübsch und mit mehr Pappe als Plastik gestaltet und hergestellt, erscheint nun mit CIRCLES + SQUARES seine erste Werkschau, die uns einen Überblick verschafft über die gitarrenorientierte heimische Untergrundkultur."

IN-münchen august 2008,





"The Red Can Company is a small record label from Munich. They have been around for seven years and release mostly, but not exclusively, guitar driven music. To bring their bands closer to possible audiences, they regularly release compilations featuring their artists. The newest is called Circles & Squares and offers highest quality without exception, and is also a look back that the history of Bernd Hoffmann’s one-man-company. In accordance with their label policy, the compilation is released as a vinyl record which is accompanied by a modest CD containing the same music digitally. The cover is made of cardboard printed with a few basic colours. From a musical point of view, you get everything from alternative rock, punk, emo, rock’n’roll, blues to even electro and jazz. The bands sing either in German or in English. The compilation starts with a short, noisy instrumental by Are We Electric. The label’s best known band Subrosa Falcon Association fascinates with their dynamic, carefree alternative rck. Mitote prove once again that they are the better Die Ärzte. Jesus Kid Canaveral sound angry and minimalist. Nixon Golden are at least as cool as the Violent Femmes, and Anna Zoitke are always at their best when they dare to rock. Purren remind me of Dinosaur Jr. Totally different are Roverandom who play without guitars a mix between jazz, orchestra and folk. Santiago are one of the better emo bands. Bongartz are again more experimental and electronic. Also complex, but more mathy is The Wet Set’s contribution. Retro rock fans will get their kicks out of Mondo Ray and Fluf. Thee Nine and Jakov Goodnight offer some more freewheeling rock before the country influenced Russ Defense end the album on a more quiet note. I may not have liked each and every track on this compilation, but the Red Can Company is a really great label with a incredibly broad repertoire of bands that are sounding far above the average. Fans of uncommercial quality independent music of all kinds should check out the bands on this compilation, even if some have disbanded already. "

disagreement.net luxembourg, august 2008,




"Ach da kommt Freude auf, wenn man einer Veröffentlichung anmerkt, dass sie mehr ist, als lediglich der neueste Output einer Band, der durch den Produktionskreislauf (aufnehmen, pressen, promoten und verkaufen) geschleust wurde. Red Can Records ist weit mehr als nur Label, ist man doch seit jeher auch „Schallplattenmanufaktur“ und „Siebdruckatelier“. Eine Veröffentlichung ist bei den Münchnern kein nüchterner Prozess, sondern echtes (Kunst)Handwerk – innen, wie außen.
Diesmal hat man ausnahmsweise doch mal auf das Format CD zurückgegriffen, hat diese in einen schicken Kartonschuber gepackt und vor allem - und das soll bei dem ganzen Bohai drum herum nicht vergessen werden - eine ganze Reihe von tollen Bands auf dieser Compilation versammelt. Ganze 16 Tracks finden sich auf „Circles + Squares“, wovon die meisten natürlich in irgendeiner Form mit Red Can zu tun haben – schließlich handelt es sich bei dem Sampler um eine Art Werkschau. Ehemalige Red Can-Bands sind genauso vertreten wie aktuelle oder auch zukünftige. Dazu gesellen sich Freunde und Bekannte und herauskommt eine fast einstündige Sammlung an Songs, die sich überraschenderweise sehr gut ergänzen und sich ziemlich flüssig durchhören lassen, obwohl zwischen jeder Menge Stromgitarren auch mal Platz geschaffen wurde für einen elektronischen oder akustischen Ausflug. Los geht es mit Are We Electric?, die uns ein derbes Noiserockbrett vorlegen, das man in Chicago kaum anders aufgenommen hätte. Shellac lassen grüßen. Weiter geht es mit The Subrosa Falcon Association, die den Steilpass von Are We Electric? aufnehmen und ebenfalls in Sachen Krach einiges zu bieten haben. Gesang, Melodie sind aber auch mit von der Partie und so lässt sich der Vergleich zu den Hot Snakes problemlos ziehen. Großartig. Und es ist nicht der letzte versteckte Schatz, den „Circles + Squares“ freilegt. Weitere Highlights: Das ille Minimal-Sample-Streicher-Massaker von Bongartz und bisher unveröffentlichte Stücke von Nixon Golden, Santiago oder The Wet Set. Da müssen sich durchaus interessante Songs von Jesus Kid Carnaveral oder Anna Zoitke fast hinten anstellen und das will was heißen. Zeit sich den Backkatalog von Red Can mal genauer anzusehen, während man noch einmal verliebt über den vorliegenden Karton streichelt. “

sellfish.de, september 2008



"Nachfüllen. Manchmal muss man einfach alles zusammenpacken. Dafür gibt’s große Umzugskartons oder eben Faltkartons. Kleine Faltkartons mit Siebdruck veredelt, deren Inhalt mal eben die Labelgeschichte von RED CAN RECORDS auf 16 Titel & Bands aufzeigt. Aus der Leidenschaft von Bernd Hofmann ist nicht nur das kleine, feine Vinyllabel entstanden, auch den Kunstsiebdruck & passende Verpackungsmaterialien vertreibt Hofmann gleich mit.
Man darf also zurücksehen, auf 7 Jahre Labelgeschichte. Eigentlich hat die ja in so einem kleinen Faltkarton gar keinen Platz, nicht mal in Umzugskartons. Es rappelt nämlich nicht nur in der Indiekiste, auch den Punk, Noiserock und Songwriterfolk hat man nicht vergessen. Ganz weit vorne dabei, THE SUBROSA FALCON ASSOCIATION, deren MYSPACE – Community ist ebenso am wachsen wie Ihr erspielter Ruf. Diese Band ist laut & gut. Ach ja – und Sie bringen Stimmung. Ganz klar „I went to NY to see..“ ist der ideale Start in die Compilation. Irgendwo zwischen Krach & Studentenrock MITOTE. Angepisst & stinkig, nicht wie Nachbars Hund sondern wie die angefressene Wut im Bauch, das es auf Deutsch auch besser geht beweisen die schön schrägen Schrammelgitarren von JESUS KID CANAVERAL oder die hoffnungsvollen ANNA ZOITKE. Deren „Pferd oder“ wird man hoffentlich auch desöfteren auf den Festivals diesen Sommer sein, welche ANNA ZOITKE so zahlreich besuchen.
Heimliche Highlights die Nächste – NIXION GOLDEN. Herrlich derangierte Rockmusik mit einer Stimme die sich den Suff vom Vortag nochmal durch die Stimmbänder gleiten lässt, um von Sehnsucht zerfressen die Melancholie auszukosten. Irgendwo in einer kleinen Schachtel finden sich noch ROVERANDUM mit Ihrer Bläserkammermusik, intensiv anstrengend. Ganz einfach SANTIAGO. „1st of February“. Powerpop aus München wie er echter ( und besser ) nicht sein kann. Selbe Beurteilung, andere Kategorie für THE WET SET. Eine Stimme wie Zwiebelringe auf Butter, dazu knallender Surfrock mit der Extraportion Drums. Lecker. Knäckebrot-give-a-fuck-Punk mit MONDO RAY. Musik für Samstagabend, welche am Sonntagvormittag noch im Ohr dröhnt. Und man sich ständig die Frage stellt, haben die wirklich „Brush your tits“ gesungen ? Deutscher Indierock stirbt aus, nächstes Opfer THEE NINE, deren „Brother Melodee“ mich irgendwie an READYMADE erinnert, naja die gibt’s ja auch schon nicht mehr. Überlebt hat RED CAN RECORDS, auch deren eigene Anfänge. JAKOV GOODNIGHT z.B. oder RUSS DEFENSE. Natürlich sind beide noch immer hörenswert, nicht nur beim Schleppen von Umzugskartons." “

triggerfish.de, juli 2008



nach oben !

zurück zu can018